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DAS POLNISCHE THEATER PRÄSENTIERTE:

Ein ganz gewöhnlicher Jude

Ein heute leider wieder aktuelles Stück

Astrit Geci wird den Journalisten Goldfarb spielen, der von einem Lehrer in den Sozialkundeunterricht eingeladen wird, wo gerade das Thema Judentum behandelt wird. „Das Stück reizt mich, weil es bittere, heute leider wieder sehr aktuelle Momente beinhaltet. Man kann es auch globaler verstehen, nicht nur auf das Judentum bezogen“, sagt Galia, der nach der Eröffnung seines Theaters 1982 wiederholt Erfahrung mit Ausländerfeindlichkeit machen musste. „Dass mit dem Albaner Astrit Geci ein Moslem im Polnischen Theater einen Juden spielt, gefällt mir besonders gut.“

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Darum ging‘s

„Wir behandeln im Sozialkundeunterricht gerade die Juden“, schreibt ein gutmeinender Lehrer an die jüdische Gemeinde. „Nur kenne ich leider keinen Juden persönlich, und deshalb wäre es nett, wenn Sie mir einen vorbeischicken könnten, der den Schülern was erzählt.“ Dieser Brief – so, oder so ähnlich, wird er in Deutschland jede Woche ein paar cal geschrieben – erreicht den Journalisten Emanuel Goldfarb. Für ihn ist es klar, dass er der Einladung keine Folge leisten wird; er hat keine Lust, sich von einer Schulklasse bestaunen zu lassen wie ein selten gewordenes Spitzmaulnashorn.

Der Versuch, seine Absage nicht nur zu formulieren, sondern auch zu begründen, gerät ihm zur Generalabrechnung mit der Situation des Juden im Nachkriegsdeutschland. Wortreich, pointiert und manchmal zynisch beschreibt er das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer Korrektheit und kritisiert das Wiedergutmachungsritual der permanenten öffentlichen Vergangenheitsbewältigung, die für ihn wieder nur eine Sonderrolle bereithält: die des wortreich bedauerten Opfers. Und dabei möchte Emanuel Goldfarb doch nichts lieber sein als ein ganz gewöhnlicher

Deutscher. Ein ganz gewöhnlicher Jude.

Autor: Charles Levinsky
Regie: Tadeusz Galia

Bühne: Tadeusz Galia

Fotos: Arianit Geci
Premiere: 07. März 2019
Es spielte: Astrit Geci