• Autor: Ursula Haucke
  • Regie: Tadeusz Galia
  • Bühne: Tadeusz Galia
  • Premiere: 08. November 2018
  • Es spielen: Jutta Ziemke und Tadeusz Galia

Ursula Haucke serviert nach ihrem legendären "Frühstück bei Kellermanns" eine weitere Portion klug beobachtetes und treffend witzig beschriebenes Eheleben und lädt in "Neues von Kellermanns" zu einem Wiedersehen mit Lotte und Rudi Kellermann ein.
Die ra(s)tlos besorgten Eltern von damals sind mittlerweile zu gelasseneren Großeltern geworden und stehen kurz davor mit der Goldenen Hochzeit ihr fünfzigjähriges Eheleben zu feiern. Und das ist, wie sollte es bei den zwei liebenswerten Streithähnen anders sein, kein bisschen langweilig geworden. Mit einem riesigen Karton Fotos werden die Erinnerungen der vergangen Jahre ins Leben gerufen. Die Kinder sind längst flügge und die Kellermanns haben turbulente Zeiten hinter sich gebracht. Mit amüsant liebevoller Schlagfertigkeit werfen die beiden einen Blick zurück, der aber schnell von aktuellen Turbulenzen unterbrochen wird. Mysteriöse Anrufe lassen Heimlichkeiten der Eheleute vermuten. Was deutet Lotte damit an, dass sich ihr Rudi bald mit Erbsensuppe selbst versorgen muss, und warum verlangt ein Anwalt nach Herrn Kellermann? Das erste Rätsel löst sich bald. Lotte muss wegen einer Leisten-OP einen Krankenhausaufenthalt hinter sich bringen und macht Rudi so zum Strohwitwer. Doch die Entbehrung ist nur von kurzer Dauer. Lotte kehrt wohlauf zurück und die Goldene Hochzeit kann beschwingt gefeiert werden. Doch eine Sache macht Lotte trotz geglückter OP noch Bauchschmerzen: Die Mietwohnungen im Haus sollen in Eigentumsobjekte umgesetzt werden. Ein Auszug aus der alteingesessen Wohnung scheint unvorstellbar, doch das Ersparte reicht nicht zum Kauf - soweit Lotte weiß. Und da bleibt ja noch die Frage, was dieser Anwalt bloß von Rudi Kellermann will ...
Die Figuren Hauckes haben auch 27 Jahren nach der Uraufführung von "Frühstück bei Kellermanns" im Jahr 1982 nichts an Spritzigkeit und Authentizität verloren. Wie damals werden wir zu Beobachtern von Szenen einer Ehe, die aus dem Leben gegriffen zu sein scheinen und dazu mit einer großherzigen Portion Humor und Ironie versehen sind.